P2P

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Geldanlage in Peer-to-Peer-Kredite

Im Jahr 2016, als ich bereits anderthalb Jahre in meinem aktuellen Job beschäftigt war, hörte ich zum ersten Mal von den sogenannten Peer-to-Peer-Krediten. Aufgrund der bereits seit längerem andauernden Niedrigzinsphase, welche konservative Sparer bestraft, habe ich nach Lösungen gesucht, um mein Geld sinnvoll anzulegen und einen annehmbaren Zins zu erwirtschaften.

Was sind Peer-to-Peer-Kredite (P2P)?

Peer-to-Peer-Kredite werden von Privatpersonen an Privatpersonen (inzwischen aber auch Selbstständige oder Unternehmen) vergeben. Dies geschieht in großem Stil über das Internet auf unterschiedlichen Plattformen, welche als Vermittler dienen. Viele Anbieter arbeiten mit Banken bzw. Kreditinstituten zusammen, um entsprechende Kredite zur Investition zur Verfügung zu stellen. Eine Investition in P2P-Kredite ist bereits mit geringen Beträgen möglich (je nach Anbieter gibt es aber unterschiedliche „Minimalinvestitionen“) und somit auch für Menschen geeignet, die kein Vermögen zum Anlegen haben.
P2P-Kredite bieten teilweise recht ordentliche Renditen, sind aber gleichzeitig sehr riskant. Hier wird oft Geld an Personen oder auch Unternehmen verliehen, die bei einer herkömmlichen Bank aus unterschiedlichen Gründen keinen Kredit bekommen haben. Dazu kann z. B. eine schlechte Kreditwürdigkeit zählen, also sollte man unter keinen Umständen sein gesamtes Vermögen in P2P-Kredite stecken, da ein Totalverlust durchaus im Rahmen des möglichen liegen kann.

Welche Anbieter gibt es?

Inzwischen ist der P2P-Markt hart umkämpft und es tummeln sich einige Anbieter im Internet, welche um die Gunst der Anleger buhlen. Ich selbst habe meine Investitionen bei folgenden Anbietern getätigt:

Auxmoney*
Auxmoney war mein erster P2P-Anbieter und dürfte neben Smava in Deutschland am Bekanntesten sein. Hier habe ich 2016 angefangen zu investieren. Inzwischen ziehe ich meine Investitionen auf der Plattform aber nach und nach ab. Unter anderem ist der Anmelde-Prozess damals sehr umständlich gewesen und Auxmoney ist meines Erachtens auch wenig transparent in der Nutzung und Auswertung des „Erfolgs“. Die Minimalinvestition in einen Kredit beträgt 25,00 €. Es ist auch möglich ein Vielfaches davon zu investieren, einzelne Cent-Beträge bleiben aber auf dem Konto stehen. So ist es z. B. (beim manuellen Investieren) nicht möglich 26,17 € zu investieren und den Zinseszins somit ordentlich zu nutzen. Ob es hier Abweichungen beim Re-Invest gibt kann ich nicht sagen, da ich dieses nicht ausprobiert habe, weil ich die Kredite gerne selbst aussuchen wollte.
Was mich an Auxmoney ebenfalls etwas stört, ist die Tatsache, dass ich pro Investition 1% der Anlagesumme als Gebühr zahlen muss und somit die Rendite um einiges geringer ausfällt. Darüber hinaus verkauft Auxmoney in letzter Zeit die Forderungen bei mir teilweise relativ schnell, wenn die Kreditnehmer in Verzug geraten.

Mintos
Mintos ist ein Anbieter aus Lettland, der mit hohen Zinsen lockt und mit sogenannten Darlehensanbahnern zusammen arbeitet. Diese decken einen Großteil der Darlehenssumme ab, finanzieren einen Teil aber durch die Investoren und beteiligen sie entsprechend an den Einnahmen. Meine Investitionen in Mintos habe ich 2017 gestartet und bin seitdem extrem zufrieden mit der Plattform. Neben der hohen Verzinsung bekomme ich auch genügend Kredite angeboten, die nur noch einen Monat laufen und in die ich somit kurzfristig investieren kann. Das ist mir bei der Plattform wichtig, um in Notfällen schnell an das Geld zu kommen. Darüber hinaus bietet Mintos die Rückkaufgarantie, womit Ausfälle verhindert bzw. abgeschwächt werden sollen, indem die Plattform die Tilgung + Zinsen übernimmt und an den Investor auszahlt. Eine 100%-ige Garantie, sein Geld nicht zu verlieren, ist dies zwar nicht (weil z. B. auch die Darlehensanbahner Pleite gehen könnten), aber trotzdem eine Absicherung für Menschen wie mich, die nicht auf volles Risiko gehen möchten. Die Minimalinvestition bei Mintos beträgt 10,00 €, darüber hinaus sind aber keine Grenzen gesetzt (auch krumme Beträge sind möglich!). Gebühren fallen keine an. Mintos ist zurzeit mein absoluter Lieblings-P2P-Anbieter, da alles recht unkompliziert und schnell läuft, die Rendite stimmt und ich bisher absolut keine Probleme hatte.

Twino
Auch Twino agiert aus Lettland und wurde 2018 in meine Sammlung an P2P-Anbietern aufgenommen. Die Plattform ist Mintos sehr ähnlich, was Rückkaufgarantie und Minimalinvestition angeht. Letztere lässt sich aber etwas „austricksen“, indem man in Kredite investiert, die weniger als 10,00 € frei haben. Somit lassen sich auch Beträge unter 10,00 € investieren und der Zinsenzins-Effekt verpufft nicht so einfach, wie z. B. bei Auxmoney. Twino bietet ebenfalls eine recht gute Verzinsung, diese ist aber nicht ganz so hoch wie bei Mintos. Darüber hinaus ist das Angebot an Krediten auch nicht ganz so umfangreich (aber durchaus ausreichend).

EstateGuru*
EstateGuru hat seinen Hauptsitz in Estland und bietet ausschließlich Kredite auf Immobilien an. Hierbei ist eine Minimalinvestition von 50,00 € pro Kredit notwendig, womit sich die Geldanlage für Kleinstanleger hier nicht unbedingt empfiehlt. Viele Investitionen lohnen sich hier auch erst nach einiger Zeit, da die Zinsen in vielen Fällen erst zum Ende der Laufzeit gezahlt werden. Dies hat sich aber nach meinem Empfinden in den letzten Monaten etwas verändert, sodass auch vermehrt Kredite mit monatlichen Zinszahlungen angeboten werden.

Bondora*
Bondora ist ein weiterer Anbieter aus Estland, der unkomplizierte Investitionen ab 1,00 € pro Kredit ermöglicht. Damit ist eine starke Streuung der Anlage möglich. Inzwischen bietet Bondora nur noch eine Auto-Invest-Funktion namens „Portfolio Pro“ an. Manuelles investieren ist also nicht möglich. Bondora bietet hohe Zinsen und übersteigt dabei sogar meinen Liebling Mintos.

PeerBerry
Erst seit kurzem investiere ich auf der Plattform PeerBerry, welche ebenfalls aus Lettland kommt. Auch hier wurde die Minimalinvestition auf 10,00 € festgelegt und die Plattform bietet eine Rückkaufgarantie an. Bisher habe ich mit diesem Anbieter aber noch relativ wenig Erfahrung und lasse das erst einmal weiterlaufen.

Neben diesen Anbietern gibt es natürlich noch unzählige weitere, wie z. B.: Viventor, ViaInvest, doFinance oder robo.cash.

Was sollten Einsteiger beachten?

Grundsätzlich sollte nur Geld investiert werden, auf welches man nicht zwingend angewiesen ist. Seinen „Notgroschen“ in P2P-Krediten anzulegen macht aufgrund des hohen Risikos und der eingeschränkten Verfügbarkeit wenig Sinn.
Wer in das Thema einsteigen und dabei erst einmal auf Nummer sicher gehen möchte, dem kann ich Mintos wärmstens empfehlen.
Beachte bei der Investition bitte immer, dass du das eingesetzte Geld jederzeit verlieren könntest. Diversifikation ist also alles!
Die erhaltenen Zinsen aus den P2P-Krediten gelten als Einkünfte aus Kapitalvermögen und sind entsprechend zu versteuern. Die Einnahmen sind über die jährliche Steuererklärung mit der Anlage KAP an das zuständige Finanzamt zu melden. Der Sparer-Pauschbetrag von 801,00 € im Jahr kann allerdings verwendet werden und somit unter Umständen die Zahlung von Steuern auf die P2P-Einnahmen verhindern. Die Steuererklärung ist dennoch Pflicht!

Meine Erfahrungen mit P2P

Zu Beginn war ich wirklich skeptisch mit dem Thema Peer-to-Peer. Gerade das hohe Risiko hat mich anfangs etwas abgeschreckt, mittlerweile habe ich aber einen nicht unbeachtlichen Teil meines Vermögens in die unterschiedlichen Plattformen investiert, da diese doch eine recht ordentliche Rendite erzielen. Nichtsdestotrotz werde ich zwar weiter Geld bei den P2P-Anbietern anlegen, aber der Diversifikation zuliebe andere Anlagen (wie z. B. Aktien) stärker ausbauen. Einen Testlauf kann ich nur jedem empfehlen, der mit den aktuellen Niedrigzinsen unzufrieden ist und bereit ist ein Risiko einzugehen. Bisher bin ich persönlich damit sehr gut gefahren und habe meine Investitionen in P2P-Plattformen nicht bereut (höchstens etwas bei Auxmoney, aber hierzu in einem späteren Blog-Artikel mehr).

Hast du bereits Erfahrungen mit P2P-Krediten gemacht? Ist dir zu dem Thema noch etwas unklar? Schreib‘ mir einfach einen Kommentar unter den Beitrag!